Richtiges Verhalten beim Verlassen eines Kreisverkehres

Jeder Autofahrer kennt sie, und sie sprießen im Verlauf der letzten Jahre sprichwörtlich aus dem Boden wie die Schwammerln: Kreisverkehre!

Während das Befahren eines gewöhnlichen Kreisverkehres mit bloß einem einzigen Fahrstreifen zumeist weder rechtlich noch praktisch Probleme aufwirft, so scheint es mit mehrspurigen Kreisverkehren offenbar nicht ganz so komplikationslos vonstatten zu gehen, wie ein aktuelles Judikat des OGH zeigt.

Der Oberste Gerichtshof hat sich in seiner Entscheidung vom 03.09.2009, 2 Ob 23/09k, mit dieser Thematik auseinandergesetzt und die folgenden bemerkenswerten Klarstellungen getroffen:

  • Ein auf den äußeren Fahrstreifen eines mehrspurigen Kreisverkehrs einfahrender Lenker begeht gegenüber einem auf dem inneren Fahrstreifen fahrenden Lenker keine Vorrangverletzung, da der auf dem inneren Fahrstreifen fahrende Lenker hierdurch weder zu einer Geschwindigkeitsverminderung noch zu einer Veränderung seiner Fahrlinie genötigt wird.
  • Ein Lenker, der einen mehrspurigen Kreisverkehr verlassen möchte, hat sein Fahrzeug zuvor auf den rechten Fahrstreifen zu lenken, d.h. ein direktes Verlassen des Kreisverkehres vom inneren Fahrstreifen durch Kreuzen des außen liegenden Fahrstreifens ist unzulässig.
  • Für einen Fahrstreifenwechsel innerhalb eines Kreisverkehres gelten die „normalen“ Maßgaben der StVO, d.h. man hat sich vor Beginn des Fahrmanövers davon zu überzeugen, dass ein gefahrloser Fahrstreifenwechsel möglich ist, und man hat den beabsichtigten Fahrstreifenwechsel durch rechtzeitiges Setzen des Blinkers anzuzeigen.

(Erstellt am 02.02.2010; OGH 03.09.2009, 2 Ob 23/09k, RS0125383; §§ 2 Abs. 1 Z 3 lit. c, 11 Abs. 1 und 2, 12 Abs. 2 StVO)

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