Hoher Schadenersatz für sexuelle Nötigung am Arbeitsplatz

Dass sexuelle Nötigung einen Straftatbestand darstellt, dürfte geläufig sein. Aber auch dann, wenn der Täter strafrechtlich nicht verurteilt wird, kann dem Opfer dennoch Schadenersatz gebühren Diese Ansicht vertrat jedenfalls unlängst ein oberösterreichisches Arbeitsgericht.

Der Sachverhalt ist rasch erzählt: Der Mann der Chefin belästigt eine Mitarbeiterin erst verbal sexuell, in weiterer Folge drängt er sie gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr.

Während das Strafgericht den Täter mangels des Beweises der für eine Verurteilung wegen Vergewaltigung nötigen Gewaltanwendung noch freisprach, sah auf zivilrechtlicher Ebene die Welt für das zuständige Arbeitsgericht grundlegend anders aus.

Dem Opfer, das sich zum Urteilszeitpunkt vorfallskausal in Berufsunfähigkeitspension befand, wurde ein Schadenersatzbetrag von sage und schreibe € 20.000,– zuerkannt. Zum besseren Verständnis: Der Mindestsatz liegt bei ca. € 700,–, der übliche Betrag erfahrungsgemäß bei etwa € 2.500,–.

Das Gericht begründete den auffallend hohen Betrag mit Kostenersatz für Therapiekosten sowie Schmerzengeld für die psychischen Beeinträchtigungen.

Pikanterie am Rande: Das Unternehmen der einstigen Arbeitgeberin der Geschädigten befindet sich mittlerweile im Konkurs.

(Erstellt am 09.06.2010; § 202 StGB; § 8 B-GlBG)

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