Arbeitsrecht

In Österreich sind regelmäßig etwa 3,5 Millionen Menschen in unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen tätig.

Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht neue Studien veröffentlicht werden, denen zu Folge die Österreicher mehr und mehr Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes haben.

Wie die Zahlen des AMS zeigen, erweist sich diese Angst in (viel zu) vielen Fällen leider Gottes als gerechtfertigt. Wenn man nun als Arbeiter oder Angestellter tatsächlich in die prekäre Lage kommt, dass man gekündigt oder gar fristlos entlassen wird, gilt es, kühlen Kopf zu bewahren und das Bestmögliche aus dieser Situation herauszuholen.

Was tun, wenn man Opfer einer Kündigung oder Entlassung geworden ist?

Gerade in der Zeit nach dem Zugang einer Kündigung oder Entlassung reagieren die meisten Arbeitnehmer – teils aus gekränktem Stolz, teils aus Frustration – falsch, was im weiteren Verlauf oft rechtlich gravierende Folgen nach sich zieht.

Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, nichts falsch zu machen und sich alle erdenklichen Ansprüche gegen den Arbeitgeber offen zu halten, empfiehlt es sich, umgehend mit dem Rechtsanwalt seines Vertrauens Kontakt aufzunehmen, um die weitere Vorgangsweise zu besprechen.

Was man jedenfalls machen sollte, ist, sich alle erdenklichen Unterlagen, die man vielleicht noch nicht bekommen hat, zu beschaffen. Dazu zählen insbesondere der Dienstvertrag, Dienstzettel, Dienstzeugnis, vollständige Gehaltsabrechnungen bzw. Lohnzettel. Hilfreich sind stets auch möglichst vollständige und detaillierte Arbeitszeitaufzeichnungen sowie Mitschriften betreffend Urlaube, Krankenstände und sonstige Besonderheiten.

Was man nach dem Verlust des Jobs tunlichst vermeiden sollte!

Viele Arbeitnehmer reagieren nach dem Verlust des Arbeitsplatzes – durchaus verständlich    verärgert und verschaffen sich dadurch Luft, indem sie ihrem Chef sagen, was sie ihm immer schon mal sagen wollten. Andere wieder plündern den Arbeitsplatz und nehmen mit, was sie tragen können (von Schreibgeräten über Heftmaschinen oder Lochgeräten bis hin zu diversem Werkzeug oder Mobiltelefonen).

Wenngleich dies angesichts der Umstände zu einem gewissen Grad menschlich nachvollziehbar ist, haben die Gerichte für derartiges Verhalten kein Verständnis. Nicht nur, dass durch derartige Handlungen eine oft aussichtsreiche Position des geschassten Arbeitnehmers, von seinem Chef noch ein Maximum an finanzieller Abfindung herauszuschlagen, zerstört wird, so ist es schlichtweg eine Straftat, das Eigentum des Arbeitgebers zu stehlen.

Was habe ich als Arbeitgeber zu beachten, wenn ich einen Mitarbeiter kündigen oder entlassen möchte?

Hier ist insbesondere zu unterscheiden, ob aus wirtschaftlich-strukturellen Gründen die Zahl der Arbeiter/Angestellten reduziert werden soll oder ob aufgrund eines besonderen Ereignisses eine weitere Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter nicht mehr wünschenswert ist.

Im ersten Fall gilt es, die Termine und Fristen für die Kündigung des Mitarbeiters einzuhalten, welche sich stets aus den gesetzlichen Bestimmungen, dem einschlägigen Kollektivvertrag, einer allfälligen Betriebsvereinbarung oder aber aus dem Arbeitsvertrag mit dem Dienstnehmer ergeben.

Ungenauigkeiten (z.B. bei der Fristenberechnung) oder Formgebrechen (z.B. eine mündliche Kündigung, obwohl eine schriftliche Kündigung erforderlich wäre), die für den Laien nebensächlich erscheinen, werden von den Arbeitsgerichten mit Vorliebe als Aufhänger dafür herangezogen, einer allfälligen Klage des „geschassten“ Mitarbeiters stattzugeben. Wer sich hier bereits im Vorfeld der Dienste eines Rechtsanwaltes bedient, erspart sich derartiges Ungemach und kann in aller Regel ruhiger schlafen.

Im Falle von Entlassungen (also fristlosen Kündigungen) ist besonders wichtig, dass die Entlassung des betroffenen Mitarbeiters innerhalb von 3 Tagen ab Kenntnis des Entlassungsgrundes erfolgt. Auch in diesem Punkt zeigen sich die Richter in den meisten Fällen gegenüber den Arbeitnehmern unbarmherzig, was meist mit erheblichen finanziellen Nachteilen für den Dienstgeber verbunden ist.

Generell gilt, dass es   nicht zuletzt auch ökonomisch   sinnvoll ist, sich bereits vorweg von einem Anwalt beraten zu lassen, um Streitigkeiten im Keim zu ersticken. Auseinandersetzungen mit ehemaligen Mitarbeitern kosten nämlich nicht nur Geld, sondern vor allem auch Nerven und viel Zeit.

Sie brauchen meine Hilfe oder haben Fragen? Ich freue mich auf Ihre E-Mail!